Vortrag „Die wunderbare Welt der Elektrochemie“: Dr. Christian Ehli (FAU) zu Gast an unserer Schule
Mit einem ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrag hat Dr. Christian Ehli von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unseren Schülerinnen und -schülern die „wunderbare Welt der Elektrochemie“ nähergebracht. Vor den Klassen 12a und 12d spannte er den Bogen von Studien- und Berufsmöglichkeiten an der FAU über die Bedeutung des Fachs Chemie für zahlreiche Disziplinen bis hin zu alltagsnahen Experimenten – stets mit einem Augenzwinkern und großem Gespür für sein Publikum.
Chemie als Schlüsselwissenschaft – weit über das Labor hinaus
Gleich zu Beginn stellte Dr. Ehli vor, welche Studiengänge und Karrierewege sich an der FAU eröffnen und wie vielfältig die Einsatzfelder von Chemikerinnen und Chemikern sind. Zugleich betonte er die Relevanz chemischer Grundlagen für andere Fächer: Von der Medizin über Materialwissenschaften bis zur Landwirtschaft – ohne Chemie lassen sich viele zentrale Fragen unserer Zeit nicht beantworten.
Humorvoller Einstieg, anschauliche Beispiele
Mit humorvollem Auftakt und vielen alltagsnahen Bezügen weckte Dr. Ehli schnell das Interesse für elektrochemische Zusammenhänge. Batterien dienten ihm als greifbares Beispiel für Redoxreaktionen: So wurde verständlich, warum „Elektronen die Seite wechseln wollen“ und wie sich daraus eine elektrische Spannung ergibt. Immer wieder band er die Schülerinnen und Schüler der 12a und 12d aktiv ein und motivierte zum Mitdenken.
„Dr.-Sommer-Frage“ experimentell geklärt
Für besondere Heiterkeit sorgte die augenzwinkernde „Dr.-Sommer-Team-Bravo“-Anspielung: Gibt es beim Küssen mit Zahnspange einen Stromschlag? Mit einem Experiment – Edelstahldraht als „Zahnspange“ und Wasser als Speichel-Ersatz – zeigte Dr. Ehli: Keine Sorge. Spannend wird es jedoch, wenn unterschiedliche Metalle zusammentreffen. Bei Edelstahl in Kombination mit Aluminium entsteht eine messbare Spannung; hier „wollen“ die Elektronen tatsächlich die Seite wechseln.
Noch eindrücklicher war das Beispiel „Goldzahn und Alufolie“ (etwa von Süßigkeitenverpackungen): In dieser Metall-Kombination kann durch das elektrochemische Potential eine deutlich spürbare Reizung auftreten – eine Erfahrung, die, wie Dr. Ehli berichtete, sogar eine Kollegin schon gemacht hat.
Einblicke in Batterien – und eine scherzhafte Spitzenfrage
Anschaulich erklärte Dr. Ehli den inneren Aufbau und die Funktionsweise herkömmlicher Einwegbatterien und zeigte, wie aus Redoxprozessen nutzbare elektrische Energie entsteht. Aus diesen Überlegungen leitete er – ganz im Stil des Vortrags – humorvoll die Frage ab, ob sich mit Goldzahn und Alufolie im Mund vielleicht sogar ein Smartphone aufladen ließe. Die pointierte Antwort: So witzig die Vorstellung ist – für ein Handy reicht die Spannung und Leistung dieser „Mund-Batterie“ natürlich nicht aus.
Fazit
Ein lebendiger, fachlich fundierter und zugleich äußerst unterhaltsamer Chemieunterricht: Dr. Christian Ehli gelang es, komplexe elektrochemische Inhalte an anschauliche Alltagsphänomene zu knüpfen und damit Neugier zu wecken – sowohl für die Chemie selbst als auch für die vielfältigen Studien- und Berufsperspektiven an der FAU Erlangen-Nürnberg. Unser Dank gilt Dr. Ehli für seine mitreißende Präsentation und den direkten, motivierenden Austausch mit den Klassen 12a und 12d.
Text: Harald Dösel
Fotos: Bianka Woigk

